Beim TSV Havelse beginnt nach dem Abstieg eine Phase voller offener Fragen. Der Absteiger aus Liga 3 muss nicht nur seinen Kader neu sortieren, sondern auch klären, wer den sportlichen Neustart künftig führen soll. Besonders Trainer Samir Ferchichi und Sportdirektor Florian Riedel stehen dabei im Mittelpunkt.
Ein Klub vor dem Schnitt
Der Gang zurück in die Regionalliga wird Havelse verändern. Die Mannschaft dürfte in dieser Form nicht zusammenbleiben. Für den Verein bedeutet das mehr als nur einige Transfers. Es geht um einen strukturellen Neuanfang. Dabei richtet sich der Blick nicht allein auf den Kader. Auch die Zukunft der sportlichen Führung ist offen. Florian Riedel und Samir Ferchichi haben sich mit ihrer Arbeit weit über Garbsen hinaus Aufmerksamkeit verschafft.
Riedel und Ferchichi als Gesichter des Aufschwungs
Riedel kam vor einigen Jahren nach Havelse und übernahm dort eine außergewöhnliche Doppelrolle. Lange war er gleichzeitig Spieler und sportlicher Entscheider, eine Konstellation, die im deutschen Profifußball Seltenheitswert hatte. Ferchichi wiederum steht für den internen Weg des Vereins. Er arbeitete sich vom Nachwuchsbereich bis auf die Cheftrainerbank vor und bildet sich derzeit weiter in Richtung Fußballlehrer. Trotz der sportlichen Enttäuschung zeigte er sich nach außen eng mit dem Klub verbunden.
Klare Hilfe, aber kein klares Bekenntnis
Für die kommenden Wochen kündigte Ferchichi an, beim Aufbau für die neue Saison mitwirken zu wollen. Nach mehr als sieben Jahren im Verein sehe er es als selbstverständlich an, mitzuhelfen und an einer tragfähigen Struktur zu arbeiten, erklärte er. Das klingt nach Verantwortung. Ein klares Bleibeversprechen ist es aber nicht.
Gerade diese Nuance macht die Lage spannend. Ferchichi ist gut vernetzt, genießt Anerkennung und hat nach dem Abstieg zahlreiche Rückmeldungen aus dem Fußball erhalten. Zu seinen Kontakten zählen unter anderem Michael Reschke, der für ihn als Mentor gilt, und Eugen Polanski, mit dem ihn eine enge Freundschaft verbindet.
Rückkehr nach Garbsen
Vor dem endgültigen Abschied aus der 3. Liga steht noch ein Heimspiel im an. Danach kehrt Havelse zur neuen Regionalliga-Saison ins Wilhelm-Langrehr-Stadion zurück. Der Verein kommt damit sportlich und räumlich wieder zu seinen Wurzeln. Doch der Neustart wird nur gelingen, wenn bald klar ist, welche Köpfe ihn prägen. Für Havelse beginnt jetzt eine entscheidende Phase zwischen Rückkehr, Umbruch und möglichen Abschieden.
