Im Ludwigsparkstadion überschattet die Gewalt rund um das Drittligaspiel zwischen dem 1. FC Saarbrücken und Hansa Rostock weiterhin die sportlichen Schlagzeilen. Während ein Fan der Gäste nach einem Sturz in akuter Lebensgefahr schwebt, beschäftigt nun ein weiterer Vorfall die Ermittler. Auf der Tribüne der Saarbrücker Anhänger wurde eine Frau durch Pyrotechnik verletzt.
Ermittlungen nach Vorfall auf der FCS-Tribüne
Die Polizei in Saarbrücken hat nach den Ereignissen vom Wochenende zusätzliche Ermittlungen aufgenommen. Im Mittelpunkt steht dabei eine 43 Jahre alte Zuschauerin aus Saarbrücken, die während der Partie verletzt worden sein soll. Laut einem Bericht der „SZ“ traf eine Leuchtrakete den Bereich der Heimfans im Ludwigspark. Wie die Landespolizeidirektion mitteilte, erlitt die Frau leichte Verletzungen.
Nach aktuellem Stand gehen die Ermittler davon aus, dass der pyrotechnische Gegenstand aus dem Block der Rostocker Anhänger abgefeuert wurde. Wer die Rakete tatsächlich gezündet hat, ist bislang jedoch ungeklärt. Die Polizei prüft deshalb den Verdacht der gefährlichen Körperverletzung. Zudem wird umfangreich ausgewertet, was sich während der Begegnung auf den Tribünen abgespielt hat.
Video aus dem Stadion sorgt für Aufmerksamkeit
Zusätzliche Brisanz erhielt der Fall durch ein Video, das kurz nach dem Spiel in sozialen Netzwerken kursierte. Der Mitschnitt soll den Moment zeigen, in dem die Leuchtrakete auf dem Rang einschlägt. Laut Polizei handelt es sich bei den Aufnahmen tatsächlich um authentisches Material aus dem Stadion.
Solche Videos spielen inzwischen häufig eine wichtige Rolle bei der Identifizierung möglicher Täter. Gerade bei Vorfällen mit Pyrotechnik setzen Ermittler zunehmend auf private Handyaufnahmen und Bildmaterial aus den Stadien.
Rostock-Fan ringt weiter mit dem Tod
Parallel dazu läuft weiterhin die Untersuchung zu dem schweren Unfall eines Rostock-Anhängers. Der Mann war im Ludwigspark mehrere Meter in die Tiefe gestürzt und hatte dabei schwerste Kopfverletzungen erlitten. Auch Tage nach dem Vorfall bleibt sein Zustand kritisch. Nach Angaben der Polizei kämpft der Fan weiterhin um sein Leben. Die genauen Umstände des Sturzes sind noch nicht abschließend geklärt. Beamte rekonstruieren derzeit den Ablauf der Ereignisse.
Die Szenen vom Samstag werfen damit erneut Fragen zur Sicherheit bei emotional aufgeheizten Fußballspielen auf. Während sportlich längst abgepfiffen wurde, dürfte die Aufarbeitung der Geschehnisse rund um den Ludwigspark die Behörden noch längere Zeit beschäftigen.
