Felix Lohkemper hat mit seinem Abschied vom SV Waldhof Mannheim nachgelegt. Kaum war der Wechsel zum SV Sandhausen offiziell, meldete sich der Angreifer mit ungewöhnlich offenen Worten zu Wort. In seinem Statement an die Fans dankte er zwar für die gemeinsame Zeit, ließ zugleich aber keinen Zweifel daran, wie tief der Bruch mit der Waldhof-Führung sitzt.
Abschied mit klarer Botschaft
Wochenlang hatte Felix Lohkemper geschwiegen. „Ich habe bewusst nichts gesagt, weil ich die Situation erst für mich einordnen musste“, erklärte der 31-Jährige rückblickend in einem Post in den sozialen Medien. Seit seiner Suspendierung Anfang Mai war es öffentlich ruhig geworden um ihn. Nun, mit dem fixen Wechsel nach Sandhausen, hat der Stürmer die Stille beendet und seinen Abschied aus Mannheim mit einer deutlich spürbaren Abrechnung verbunden.
In einer persönlichen Botschaft an die Waldhof-Anhänger machte Lohkemper klar: „Ich hätte mir gewünscht, die Saison gemeinsam mit der Mannschaft zu Ende zu bringen.“ Besonders schmerzlich sei für ihn gewesen, die Saison nicht regulär beenden zu können. Dass ihm ausgerechnet der Schlussspurt und auch das emotionale Pokalfinale gegen den VfR genommen wurden, habe ihn nach eigener Darstellung „sehr belastet“ und zugleich „enttäuscht“.
Streitpunkt Suspendierung bleibt im Raum
Brisant ist vor allem, wie deutlich Lohkemper die offizielle Kommunikation des Klubs infrage stellt. „Die Darstellung des Vereins entspricht nicht meiner Wahrnehmung“, sagte er offen. Der Verein hatte den Wechselwunsch des Spielers als Grund für die Freistellung genannt. Lohkemper zeichnet nun ein anderes Bild, ohne dabei ins Detail zu gehen. „Aus vertraglichen Gründen kann ich dazu leider nicht mehr sagen“, betonte er, ließ aber erkennen, wie schwer ihn die öffentliche Darstellung getroffen hat.
Die Erklärungen rund um seine Suspendierung seien für ihn „hart zu schlucken“ gewesen. Mehr noch: „Sie haben meine Sicht auf gewisse Personen eher bestätigt“, fügte er hinzu. Eine weitere Zusammenarbeit, so viel wurde aus seinen Worten deutlich, sei für ihn deshalb nicht mehr vorstellbar gewesen: „Unter diesen Umständen hätte ich mir das nicht mehr vorstellen können.“
„Ehrlichkeit“ und „Fairness“ als Bruchlinie
Lohkemper beließ es nicht bei allgemeiner Enttäuschung. „Für mich sind Ehrlichkeit, Fairness und Respekt keine leeren Worte“, stellte er klar. Er beschrieb auch, woran für ihn die Verbindung letztlich zerbrochen ist. Trotz aller Verbundenheit mit dem Verein und trotz seiner Nähe zu den Fans habe er an diesem Punkt nicht mehr über seinen Schatten springen können: „Irgendwann muss man auch sich selbst treu bleiben.“
Der Stürmer stellte seine Entscheidung damit bewusst als Frage der eigenen Haltung dar. „Ich bin diesen Weg konsequent gegangen – auch aus Stolz, aber vor allem aus Überzeugung“, sagte er. Zwischen den Zeilen wurde deutlich, dass die Trennung für ihn längst nicht nur eine sportliche war.
Dank an die Fans, neuer Blick nach Sandhausen
Bei aller Schärfe gegenüber der Vereinsführung schlug Lohkemper gegenüber den Anhängern einen völlig anderen Ton an. „Die Unterstützung der Fans war immer etwas ganz Besonderes für mich“, betonte er. Der Offensivmann erinnerte an viele besondere Momente in Mannheim und sprach offen darüber, wie sehr er es genossen habe, im Stadion für den Waldhof aufzulaufen. Die Unterstützung von den Rängen werde er „vermissen“, die Fans blieben für ihn in positiver Erinnerung.
Auch seine private Situation spielte in seinen Ausführungen eine wichtige Rolle. „Familie, Fußball und Heimatnähe unter einen Hut zu bringen, war mir immer wichtig“, erklärte er. Schon beim Wechsel nach Mannheim habe dieser Wunsch eine Rolle gespielt. Nun, da seine Tochter in wenigen Wochen eingeschult wird, sei er dankbar: „Dass der Schritt nach Sandhausen geklappt hat, bedeutet mir auch privat sehr viel.“
Ein Abschied, der nachwirkt
So endet Lohkempers Waldhof-Kapitel nicht mit einem stillen Vereinswechsel, sondern mit einer Botschaft, die nachhallen dürfte. „Ich gehe mit gemischten Gefühlen, aber auch mit Klarheit“, fasste er selbst zusammen. Der Angreifer verabschiedet sich mit Dankbarkeit gegenüber den Fans, aber auch mit unverhohlener Enttäuschung über den Umgang im Klub. Für den SV Waldhof ist das mehr als nur ein Abgang. Es ist ein Abschied, der Fragen offenlässt und die Spannungen der vergangenen Wochen noch einmal mit voller Wucht sichtbar macht.
