Für Greuther Fürth spitzt sich die Lage dramatisch zu. Ausgerechnet bei Hertha BSC, dem Club des früheren Trainers Stefan Leitl, verpassten die Franken eine große Chance im Abstiegskampf. Trotz langer Überzahl blieb am Ende nur Frust, Druck und die Angst vor einem historischen Absturz in die 3. Liga.
Fürth vergibt die große Gelegenheit
Die SpVgg Greuther Fürth steht vor einem Saisonfinale, das für den Verein enorme Bedeutung hat. Nach der Niederlage am vergangenen Sonntag in Berlin droht den Franken erstmals seit vielen Jahren wieder der Gang in die Drittklassigkeit. Dabei schien die Partie bei Hertha BSC zwischenzeitlich genau jene Tür zu öffnen, durch die Fürth im Tabellenkeller hätte entkommen können.
Nach einer Roten Karte gegen Hertha war die Mannschaft von der Spielvereinigung lange mit einem Mann mehr auf dem Platz. Doch aus der numerischen Überlegenheit entstand kein entscheidender Vorteil. Fürth hatte viel Ballbesitz, schob die Berliner tief zurück und kam immer wieder in Abschlusspositionen. Der Ertrag blieb lange aus.
Hertha schlägt in Unterzahl eiskalt zu
Berlin zeigte offensiv zunächst kaum Wirkung, nutzte nach der Pause aber die wenigen Räume mit erstaunlicher Konsequenz. Der junge Kennet Eichhorn brachte die Gastgeber nach einem einfachen Fehler in der Fürther Defensive in Führung. Mit seinem Treffer schrieb der Teenager zugleich Zweitliga-Geschichte.
Fürth reagierte mit Druck, aber nicht mit Präzision. Die Gäste suchten immer wieder den Abschluss, wirkten im letzten Drittel jedoch zu hektisch. Ein Freistoß landete an der Latte, weitere Versuche blieben hängen oder verfehlten ihr Ziel.
Cuisance erhöht, Futkeu trifft zu spät
In der Schlussphase wurde die Aufgabe für Fürth noch schwerer. Michael Cuisance traf aus der Distanz und sorgte für die Vorentscheidung zugunsten der Berliner. Noel Futkeu brachte die Franken kurz vor dem Ende zwar noch einmal heran, doch mehr als der Anschlusstreffer gelang nicht.
Damit reist Fürth mit einer schweren Hypothek in das letzte Saisonspiel gegen Düsseldorf. Der direkte Rivale liegt ebenso wie Braunschweig vor der Spielvereinigung, auch die Arminia steht auf dem Relegationsplatz noch vor den Franken. Weil die Konkurrenz zudem bei der Tordifferenz besser dasteht, reicht Fürth ein einfacher Sieg womöglich nicht aus.
Ein Traditionslauf steht auf dem Spiel
Seit dem Aufstieg Ende der neunziger Jahre gehörte Fürth ununterbrochen mindestens der 2. Bundesliga an, zwischendurch sogar der Bundesliga. Genau diese lange Zugehörigkeit macht die aktuelle Situation so brisant. Was über Jahrzehnte wie eine Selbstverständlichkeit wirkte, steht nun innerhalb eines einzigen Spieltags auf der Kippe.
Am Sonntag entscheidet sich, ob Fürth noch einmal einen Ausweg findet oder ob eine Ära endet. Die Niederlage in Berlin hat gezeigt, wie dünn die Linie im Abstiegskampf geworden ist: eine verpasste Chance, ein Moment Unachtsamkeit, ein zu spätes Aufbäumen. Mehr braucht es nicht, damit aus Druck plötzlich Geschichte wird.
