Start Vereine Energie Cottbus 5.000 Cottbuser in Regensburg: Energie-Fans tragen den Traum vom Aufstieg

5.000 Cottbuser in Regensburg: Energie-Fans tragen den Traum vom Aufstieg

Foto: Alfio Marino

Vor dem Saisonfinale spricht bei Energie Cottbus kaum noch jemand in vorsichtigen Tönen. Die Fans wollen den letzten Schritt nicht nur verfolgen, sie wollen ihn mittragen. René Stiller, Fanbeauftragter von Energie Cottbus, beschreibt in einem Interview mit „rbb24“ eine Stimmung, die vor dem Spiel in Regensburg vor allem von Euphorie, Mobilisierung und historischem Bewusstsein geprägt ist.

Ein Spiel mit historischem Gewicht

Ausgelegt war diese Saison in Cottbus auf den Klassenerhalt. Nun steht der Klub einen Spieltag vor Schluss plötzlich vor der Rückkehr in die 2. Bundesliga. Für René Stiller ist die Dimension klar. Die Lage sei „sehr“ historisch, sagt der Fanbeauftragte und Vereinschronist, und verweist damit auf Erinnerungen, die in Cottbus bis heute nachwirken. Der Aufstieg von 1997 sei nie vergessen worden, genau deshalb trifft die aktuelle Entwicklung den Verein im Kern.

Dass Cottbus nun den Sprung selbst in der Hand hat, verleiht dem Finale zusätzliche Schärfe. Es geht nicht mehr nur um eine starke Saison. Es geht um die mögliche Rückkehr auf eine Bühne, die in der Lausitz tief mit Vereinsgeschichte verbunden ist.

Die Fans denken an Aufstieg, nicht an Angst

Im Alltag rund um den Klub erlebt Stiller vor allem eines: eine Anhängerschaft, die nach vorn schaut. Die „Mehrzahl“ der Fans sei schlicht „euphorisch“ und wolle nach Regensburg fahren, gewinnen und aufsteigen. Zweifel oder Lähmung beschreibt er nicht als bestimmende Stimmung. Vielmehr entsteht der Eindruck eines Anhangs, der diesen letzten Spieltag als gemeinsame Mission begreift.

Das dürfte sich auch im Stadion bemerkbar machen. Offiziell werden rund 4.100 Energie-Fans in den Gästeblöcken erwartet. Tatsächlich rechnet Cottbus aber mit „5.000 plus“, weil sich viele Anhänger zusätzlich Karten in anderen Bereichen besorgt haben.

Regensburg wird rot weiß

Dass Jahn Regensburg den Gästebereich erweitert hat, wird in Cottbus ausdrücklich geschätzt. Gleichzeitig macht Stiller deutlich, dass für alle ohne Platz im offiziellen Auswärtsbereich klare Regeln gelten. In den neutralen Blöcken solle man ohne sichtbare Energie-Farben auftreten, der Heimbereich sei zu respektieren.

Im Gästeblock selbst soll das Bild dagegen eindeutig sein. Das Motto lautet „Alle im Trikot“. Für Stiller steckt darin mehr als Fanfolklore. Sichtbar werden soll die ganze Vereinsgeschichte, vom alten bis zum aktuellen Trikot, von früheren Generationen bis zur neuen Euphorie dieser Saison.

Hinter der Kurve steckt ein gewaltiger Aufwand

Auch in Regensburg ist wieder eine Choreografie geplant. Stiller spricht mit hörbarer Anerkennung über das, was die aktiven Fans in dieser Saison „abgerissen“ hätten. Gemeint ist nicht bloß ein kurzer Effekt vor Anpfiff, sondern ein organisatorischer Kraftakt.

Nach seinen Angaben sind an solchen Aktionen rund 100 Menschen beteiligt. Sie malen, kleben, planen, tragen Material zusammen und bereiten die Abläufe vor. Allein das Auslegen im Stadion ziehe sich über mehrere Tage. Die Kurve liefert damit nicht nur Stimmung, sondern auch ein sichtbares Zeichen dafür, wie eng sportlicher Höhenflug und Fanarbeit in Cottbus inzwischen zusammenhängen.

Mehr als ein Fußballklub

Für Stiller erklärt sich die Wucht der Begeisterung nicht allein aus der Tabelle. Energie sei eben nicht einfach nur ein Verein, sondern das „Herzstück dieser Stadt“. In dieser Beschreibung steckt der eigentliche Kern des möglichen Aufstiegs. Der Klub bündelt in der Region mehr als nur sportliches Interesse. Er verbindet поколgen, Milieus und auch Menschen über Brandenburg hinaus.

Der gewachsene Zulauf in dieser Saison passt für ihn deshalb ins Bild. Schon seit der Regionalliga habe sich der Trend abgezeichnet, mit dem Sprung in die 3. Liga und den sportlichen Ergebnissen sei die Bewegung weiter gewachsen. Besonders auffällig sei dabei der Zuspruch junger Fans.

Noch verteilt in Cottbus niemand voreilig das Fell des Bären. Aber dass ein Erfolg in Regensburg die Stadt in eine einzige Feierzone verwandeln könnte, liegt offen in der Luft. Genau darin liegt die besondere Spannung dieses Wochenendes. Ein Verein, der eigentlich nur stabil durch die Saison kommen wollte, steht plötzlich vor einem Moment, der lange nachhallen könnte.

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