Start News Millionen-Neuzugang trifft für Stuttgart II und sorgt für Diskussionen

Millionen-Neuzugang trifft für Stuttgart II und sorgt für Diskussionen

Foto: Lars Zimmermann

Beim VfB Stuttgart ist Jeremy Arevalo bislang vor allem ein Versprechen für die Zukunft. Doch während der Offensivspieler bei den Profis noch auf seinen Durchbruch wartet, verändert er eine Etage tiefer plötzlich die Kräfteverhältnisse. In der 3. Liga trifft der Winterzugang regelmäßig und sorgt damit auch im Aufstiegsrennen für Diskussionen.

Ein Talent sucht seinen Weg über die U21

In Stuttgarts Bundesliga-Offensive ist der Konkurrenzkampf derzeit enorm. Etablierte Kräfte wie Deniz Undav, Ermedin Demirovic oder Chris Führich prägen das Angriffsspiel, der VfB gehört offensiv zu den auffälligsten Teams der Liga. Für einen jungen Neuzugang bleibt da zunächst wenig Raum, selbst wenn er mit großen Erwartungen gekommen ist.

Jeremy Arevalo, der im Winter aus Spanien nach Stuttgart wechselte, erlebt genau diese Situation. Der ecuadorianische Nationalspieler kam mit einer beachtlichen Investition im Rücken, doch unter Sebastian Hoeneß reichte es bislang nur zu kurzen Einsätzen. Meist blieb ihm nicht viel mehr als die Schlussphase.

Ein Spieler für die Zukunft

Spielpraxis soll Arevalo deshalb bei der zweiten Mannschaft sammeln. Dort aber ist er nicht einfach nur ein Profi, der Minuten bekommt. Er ist zum Unterschiedsspieler geworden. In seinen bisherigen Auftritten für die U21 erzielte der Angreifer fünf Treffer und bereitete zudem ein Tor vor. Besonders deutlich wurde sein Einfluss gegen Rot-Weiss Essen. Beim klaren Stuttgarter Sieg über den Aufstiegskandidaten war Arevalo mit drei Toren die prägende Figur des Spiels.

Für Essen kam dieser Auftritt vor ca. zehn Tagen zur denkbar schlechten Zeit. Im engen Rennen um den Sprung nach oben kann ein solches Ergebnis schwer wiegen.

Diskussion um sportliche Fairness

Die Frage liegt nahe: Ist es gerecht, wenn ein Spieler mit Profi-Format und hoher Ablösesumme in der 3. Liga entscheidend eingreift? Beim VfB sieht man darin keinen Regelverstoß, sondern den Sinn einer zweiten Mannschaft. Sportvorstand Fabian Wohlgemut verwies laut „Bild“ darauf, Arevalo sei ein Spieler für die Zukunft und solle die Qualität des Profikaders langfristig stärken. Die U21 habe auch die Aufgabe, Profis Spielzeit zu geben, wenn sie diese oben nicht ausreichend erhalten.

Damit bleibt der Klub innerhalb des Systems. Trotzdem zeigt der Fall, wie groß die Unterschiede in der 3. Liga sein können. Während viele Vereine mit deutlich kleineren Mitteln arbeiten, können Reserveteams gelegentlich Spieler einsetzen, die für diese Spielklasse außergewöhnlich sind.

Ein Vorteil, der nicht jeden gleich trifft

Besonders heikel ist der Zeitpunkt. Wer auf eine zweite Mannschaft trifft, erwischt nicht immer denselben Gegner. Mal läuft eine U21 fast ausschließlich mit Nachwuchskräften auf, mal stehen Profis auf dem Platz, die dringend Rhythmus benötigen. Für Rot-Weiss Essen wurde diese Unwucht nun sichtbar. Stuttgart spielt selbst nicht um den Aufstieg, kann aber indirekt Einfluss darauf nehmen, wer am Ende oben steht.

Arevalo wiederum macht genau das, was von ihm erwartet wird: Er nutzt seine Minuten, trifft, empfiehlt sich und sammelt Selbstvertrauen. Die Debatte wird dadurch nicht kleiner. Sie zeigt vielmehr, dass zweite Mannschaften im Profifußball sportlich sinnvoll sein können, im Wettbewerb der 3. Liga aber immer wieder für Reibung sorgen.

2 Kommentare

  1. Alles schön und gut , aber wieso hat der Spieler eine Woche später weder für die Profis noch für Stuttgart 2 gespielt noch nicht einmal auf irgendeiner Auswechselbank war er zu finden. Darum frag ich mich , ob dieses jetzt nicht sehr unfair war gegenüber Rot Weiss Essen diesen Spieler zu bringen. Darum sollte man es sich überlegen , die 2.Vertretungen komplett aus den Ligen zu nehmen und eine eigen Liga dafür zu schaffen.

  2. Das ist seit Jahren so. Pure Wettbewerbsverzerrung. Im SB blau-schwarzen Lager. können wir auch ein Lied davon singen wenn Mainz, Stuttgart, Freiburg (alle mit uns im Südwesten) kommen. Die lachen sich dann ins Fäustchen und der DFB nickt auch noch ab. SKANDALÖS. So wie es RWE neulich gegangen ist.
    Da sollte, beim MUSS sich der DFB mal überlegen, ob er die zweiten Mannschaften nicht in einer reinen U23 Liga unterbringt.

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