Im Ludwigspark rückte der Fußball plötzlich in den Hintergrund. Während Saarbrücken und Rostock ein dramatisches Spiel lieferten, sorgte ein schwerer Sturz im Gästebereich für Schock und Sorge. Ein Hansa-Anhänger wurde lebensgefährlich verletzt.
Schockmoment mitten in der Schlussphase
Die Partie zwischen dem 1. FC Saarbrücken und Hansa Rostock hatte sportlich längst alles geboten, was ein Fußballabend braucht. Tore, Tempo, Emotionen. Doch in der Schlussphase wurde es im Ludwigsparkstadion plötzlich still. Nach Provokationen zwischen den Fanlagern kam es im Bereich des Gästeblocks zu einem folgenschweren Vorfall. Zuvor soll eine Leuchtspurrakete aus dem Rostocker Block in Richtung einer Saarbrücker Tribüne geflogen sein, auf der auch Familien mit Kindern saßen.
Hansa-Fan stürzt in die Tiefe
In der aufgeheizten Situation kletterte ein Anhänger von Hansa Rostock seitlich über einen Zaun. Kurz darauf stürzte er mehrere Meter tief ab. Rettungskräfte waren sofort zur Stelle, im Gästeblock versuchten Fans, den Bereich mit Bannern abzuschirmen. Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht und dort notoperiert. Nach Angaben der Polizei befindet sich der Mann in einem äußerst kritischen Zustand. Gerüchte über seinen Tod wies die Polizei zurück.
Verein warnt vor Spekulationen
Hansa Rostock reagierte am Morgen nach dem Spiel mit einem eindringlichen Appell. Der Klub bat darum, keine unbestätigten Meldungen weiterzuverbreiten. In der Mitteilung hieß es sinngemäß, man solle Gerüchten keinen Glauben schenken, solange es keine gesicherten Informationen gebe. Gleichzeitig machte der Verein deutlich, wie ernst die Lage ist.
Saarbrücker Spieler schildert Beobachtung
Besondere Aufmerksamkeit dürfte nun auch eine Aussage von Saarbrückens Philip Fahrner bekommen. Der Verteidiger erklärte nach der Partie, er habe den Moment des Sturzes beobachtet. Nach seiner Wahrnehmung sei der Fan zunächst hochgeklettert und anschließend von jemandem gestoßen worden. Fahrner sagte, er habe gesehen, wie der Mann „nach hinten geflogen“ sei.
Der Spieler beschrieb zudem, wie schwer es ihm danach gefallen sei, sich wieder auf das Spiel zu konzentrieren. Ihm sei schnell klar gewesen, dass es um etwas sehr Ernstes gehe. Hansa Rostock widersprach später der Darstellung, der Fan sei geschubst worden. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Sorge auf beiden Seiten
Auch Rostocks Kapitän Franz Pfanne zeigte sich nach dem Spiel betroffen. Er wünschte dem schwer verletzten Fan gute Besserung und hoffte, „dass das alles gut ausgeht“. Saarbrückens Vorstandssprecher Tobias Abel erklärte, man stehe in engem Austausch mit Hansa Rostock.
Was sportlich als spektakuläres Spiel in Erinnerung bleiben könnte, wird nun von Sorge und offenen Fragen überlagert. Im Mittelpunkt steht nicht mehr das Ergebnis, sondern der Zustand eines Menschen, der nach einem dramatischen Sturz um sein Leben kämpft.
