Start Vereine MSV Duisburg Aufstieg futsch: Warum der Schmerz beim MSV besonders tief sitzt

Aufstieg futsch: Warum der Schmerz beim MSV besonders tief sitzt

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Der Traum vom Durchmarsch ist geplatzt, und beim MSV Duisburg überwog nach dem letzten Spieltag nur noch Fassungslosigkeit. Noch wenige Minuten vor Schluss schien die Tür zur Relegation offen, doch am Ende blieb den „Zebras“ nur ein Punkt und bittere Enttäuschung. In einer emotional aufgeladenen Arena wurde aus Hoffnung innerhalb kürzester Zeit pure Ernüchterung.

Ein Abend zwischen Hoffnung und Schock

Die Bilder nach dem Schlusspfiff sagten alles. Duisburgs Spieler schlichen mit gesenkten Köpfen über den Rasen, viele Fans versuchten von den Tribünen aus dennoch Mut zu machen. Doch die Enttäuschung saß tief. Der MSV hatte den Aufstieg fast in den Händen, verlor ihn jedoch auf den letzten Metern.

Trainer Dietmar Hirsch rang unmittelbar nach der Partie sichtbar mit den Emotionen. „Brutaler geht’s nicht“, erklärte der Coach, der seine Gefühlslage anschließend mit den Worten „völlige Leere“ beschrieb. Der verpasste Sprung auf den Relegationsplatz traf Mannschaft und Umfeld mitten ins Herz.

Große Bühne, bitteres Ende

Die Voraussetzungen für einen besonderen Fußballabend waren eigentlich perfekt. Die Arena war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Fans sorgten schon vor dem Anpfiff für Gänsehautstimmung. Eine riesige Choreografie in der Nordkurve sollte die Mannschaft noch einmal antreiben und die enorme Heimstärke unterstreichen. Und tatsächlich blieb Duisburg auch im letzten Heimspiel der Saison ohne Niederlage. Trotzdem fühlte sich das Remis gegen Viktoria Köln wie ein Rückschlag an. Die Gäste spielten mutig auf und brachten den Favoriten immer wieder ins Wanken.

Nach dem Seitenwechsel ging Köln zunächst in Führung. Duisburg stemmte sich anschließend gegen das drohende Aus und kam durch Joshua Bitter noch zum Ausgleich. Doch der dringend benötigte Siegtreffer wollte nicht mehr fallen.

Zentimeter entscheiden über eine ganze Saison

Besonders dramatisch wurde es tief in der Nachspielzeit. Verteidiger Rasim Bulic hatte die große Chance, den MSV doch noch in die Relegation zu schießen. Sein Abschluss landete jedoch am Pfosten. „Leider wollte ich ihn zu platziert schießen“, sagte der Abwehrspieler später enttäuscht. Ein Satz, der die gesamte Gefühlslage des Abends zusammenfasste.

Fast zeitgleich fiel im Parallelspiel von Rot-Weiss Essen der entscheidende Treffer, der den Rivalen noch am MSV vorbeiziehen ließ. Während in Essen gejubelt wurde, herrschte in Duisburg Sprachlosigkeit. Mittelfeldspieler Can Coskun sprach von einem kaum zu überbietenden Drama. Der Frust war spürbar, weil die Mannschaft über weite Strecken der Saison auf einem Aufstiegsplatz gelegen hatte.

Trotzdem ein Jahr mit Signalwirkung

Bei aller Enttäuschung gerät fast in Vergessenheit, welchen Weg der MSV in den vergangenen Monaten gegangen ist. Als Aufsteiger gestartet, spielte Duisburg überraschend lange um den direkten Sprung in die 2. Bundesliga mit und sicherte sich am Ende immerhin die Teilnahme am DFB-Pokal.

Doch direkt nach Abpfiff wollte das kaum jemand hören. Für Hirsch war Platz vier zunächst nur ein „Trostpreis“. Die Wunden des Saisonfinales waren einfach zu frisch. Trotzdem richtete der Trainer den Blick bereits nach vorne. Zunächst wartet noch das Finale im Niederrheinpokal, anschließend soll ein neuer Angriff folgen. Als Beispiel nannte Hirsch Energie Cottbus, das nach einer ähnlichen Enttäuschung später den ersehnten Aufstieg schaffte.

Auch innerhalb der Mannschaft scheint der Wille ungebrochen. Coskun kündigte an, dass sich das Team nicht unterkriegen lassen wolle und schon bald wieder angreifen werde.

Die Fans bleiben der große Hoffnungsträger

Was an diesem Abend trotz aller Bitterkeit deutlich wurde: Die Verbindung zwischen Mannschaft und Anhängern lebt. Selbst nach dem verpassten Aufstieg blieb die Unterstützung spürbar. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft nicht mit Pfiffen, sondern mit Zuspruch. Vielleicht ist genau das die Grundlage dafür, dass Duisburg den nächsten Anlauf tatsächlich schaffen kann. Der Schmerz sitzt tief, aber die Saison hat auch gezeigt, welches Potenzial in diesem Klub steckt.

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