Start Vereine 1.FC Saarbrücken Klagewelle beim 1. FC Saarbrücken: Ex Mitarbeiter ziehen vor Gericht

Klagewelle beim 1. FC Saarbrücken: Ex Mitarbeiter ziehen vor Gericht

Beim 1. FC Saarbrücken endet der personelle Umbruch nicht mit den zahlreichen Abgängen. Nach den weitreichenden Veränderungen in der Vereinsführung beschäftigen den Drittligisten nun offenbar auch arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen. Mehrere ehemalige Mitarbeiter wehren sich gegen ihre Trennung und könnten den Klub vor finanzielle Herausforderungen stellen.

Tiefgreifender Wandel nach Neuausrichtung

Mit der Wahl eines neuen Aufsichtsrats zu Beginn des Jahres wurde beim 1. FC Saarbrücken ein umfassender Neustart eingeleitet. Die neu verpflichteten Vorstände Markus Thiele und Tobias Abel erhielten den Auftrag, die Vereinsstruktur grundlegend zu modernisieren. Im Zuge dieser Neuausrichtung blieb kaum ein Bereich unverändert.

Besonders deutlich zeigte sich der Wandel beim Personal. Zahlreiche Mitarbeiter, die noch zu Saisonbeginn in verantwortlichen Positionen tätig waren, verließen den Verein im Laufe der vergangenen Monate. Vom damaligen Trainerstab, der sportlichen Leitung und weiteren Funktionsträgern ist inzwischen lediglich Athletiktrainer Max Smith weiterhin Teil des Klubs.

Ehemalige Mitarbeiter gehen juristisch gegen den Verein vor

Während einige ausgeschiedene Mitarbeiter inzwischen neue Aufgaben bei anderen Vereinen gefunden haben, trifft das nicht auf alle Betroffenen zu. Genau dort beginnt nun offenbar der juristische Teil des Umbruchs. Nach Informationen der „Bild“ haben mehrere ehemalige Angestellte Klagen beim Arbeitsgericht eingereicht. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob ihre Arbeitsverträge tatsächlich wirksam befristet waren oder rechtlich als unbefristete Beschäftigungsverhältnisse gelten müssen.

Sollte das Gericht zugunsten der Kläger entscheiden, könnten dem Verein erhebliche finanzielle Belastungen entstehen. Solche Verfahren sind im Profifußball keine Seltenheit. Auch bei anderen Klubs führten vergleichbare arbeitsrechtliche Streitigkeiten in der Vergangenheit zu Abfindungen oder außergerichtlichen Einigungen.

Erste Verhandlung bereits erfolgt

Am weitesten fortgeschritten ist das Verfahren der ehemaligen Pressesprecherin Katharina Essigkrug. Nach ihrer Freistellung kurz vor dem Ende der vergangenen Saison beschäftigt sich inzwischen das Arbeitsgericht mit dem Fall. Ein erster Termin fand bereits statt. Nach kurzer Verhandlung wurde das Verfahren auf einen späteren Zeitpunkt vertagt.

Nach übereinstimmenden Berichten sollen auch der frühere Sportdirektor Jürgen Luginger sowie Ex Co Trainer Bernd Heemsoth den Rechtsweg eingeschlagen haben. Offizielle Details zu den Verfahren wurden bislang jedoch nicht veröffentlicht.

Verein hält sich bedeckt

Der 1. FC Saarbrücken äußert sich zu den laufenden Verfahren nicht näher. Auf entsprechende Nachfragen verweist der Verein lediglich darauf, dass zu anhängigen Gerichtsprozessen grundsätzlich keine Stellung genommen werde. Damit dürfte das Thema den Drittligisten noch längere Zeit begleiten. Während der sportliche und organisatorische Neustart bereits weit vorangeschritten ist, könnten die juristischen Folgen des großen Umbruchs den Verein nun noch über Monate beschäftigen.

Die kommenden Entscheidungen vor dem Arbeitsgericht werden daher nicht nur für die ehemaligen Mitarbeiter, sondern auch für den Verein selbst von erheblicher Bedeutung sein. Ob es zu Einigungen kommt oder die Verfahren bis zu einem Urteil geführt werden, bleibt zunächst offen.

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