Start News 1860 München macht ersten Schritt in Richtung Neustart

1860 München macht ersten Schritt in Richtung Neustart

Der Neustart des TSV 1860 München nimmt langsam konkrete Formen an. Nach dem sportlichen und wirtschaftlichen Absturz gibt es nun zumindest bei einer zentralen Frage Klarheit: Die Heimspiele der kommenden Regionalliga-Saison können im Grünwalder Stadion stattfinden. Damit ist ein wichtiger organisatorischer Schritt geschafft, auch wenn viele Herausforderungen weiterhin ungelöst bleiben.

Grünwalder Stadion als Grundlage für den Neuanfang

Für den TSV 1860 München ist der Mietvertrag für das Grünwalder Stadion mehr als nur eine Formalität. Die neu gegründete Spielbetriebs-GmbH hat den Vertrag mit der Landeshauptstadt München unterzeichnet und damit ihre erste offizielle Maßnahme abgeschlossen. Die Vereinsspitze um Präsident Gernot Mang sieht darin eine wichtige Voraussetzung, um den Spielbetrieb in der Regionalliga aufnehmen zu können.

Mit der Vereinbarung ist sichergestellt, dass die Löwen ihre Heimspiele in der Saison 2026/2027 wie geplant austragen können. Nach Vereinsangaben sind damit sämtliche organisatorischen und verbandsrechtlichen Anforderungen erfüllt.

Hohe Kosten, aber Planungssicherheit

Nach Informationen aus dem Vereinsumfeld bewegt sich die Stadionmiete für die kommende Saison im Bereich von einer halben Million Euro. Während in der Vergangenheit die inzwischen insolvente KGaA als Vertragspartner fungierte, übernimmt diese Rolle nun erstmals die neue Spielbetriebs-GmbH.

Für den Traditionsverein ist das eine der wenigen positiven Entwicklungen seit der Insolvenz der Profiabteilung. Die Spielstätte steht fest, doch viele weitere Entscheidungen müssen in kurzer Zeit getroffen werden.

Mannschaft und Ticketverkauf bleiben offene Baustellen

Der sportliche Neustart steckt weiterhin in den Anfängen. Weder wurde bislang ein Trainer offiziell präsentiert, noch sind die Kaderplanungen vollständig abgeschlossen. Gleichzeitig rückt der Saisonstart immer näher. Bereits im Juli wartet mit dem Toto-Pokal die erste Pflichtaufgabe. Wenig später beginnt die Regionalliga-Spielzeit. Zum Auftakt erhalten die Münchner aufgrund der ungeraden Ligagröße zwar spielfrei, dennoch bleibt der Zeitplan eng.

Auch beim Ticketverkauf gibt es noch keine endgültige Lösung. Die bisherigen Dauerkarten stammen noch aus Drittliga-Zeiten und gehören inzwischen zur Insolvenzmasse. Wer die neue Mannschaft künftig im Grünwalder Stadion unterstützen möchte, wird daher neue Eintrittskarten erwerben müssen.

Servicevertrag soll den Übergang erleichtern

Parallel laufen Gespräche über einen sogenannten Servicevertrag mit der insolventen Gesellschaft. Dieser würde der neuen Spielbetriebs-GmbH ermöglichen, gegen eine monatliche Vergütung auf bestehende Strukturen wie Verwaltung, Personal, Buchhaltung oder IT zurückzugreifen.

Eine solche Vereinbarung könnte den Aufbau der neuen Organisation deutlich beschleunigen und gleichzeitig zusätzliche Einnahmen für die Insolvenzmasse schaffen. Bislang fehlt jedoch die endgültige Unterschrift.

Blick richtet sich auf Hasan Ismaik

Besonders aufmerksam wird verfolgt, wie sich der frühere Investor Hasan Ismaik positionieren wird. Der Unternehmer, der den Verein über viele Jahre finanziell unterstützt hat, lässt seine rechtlichen Möglichkeiten derzeit prüfen. In einer früheren Stellungnahme erklärte Ismaik: „Mein Rechtsteam unter der Leitung von Dr. Peter Gauweiler wird nach einer umfassenden Prüfung des gesamten Sachverhalts zu gegebener Zeit alle erforderlichen rechtlichen Schritte einleiten. Wir haben volles Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit in Deutschland und in die Unabhängigkeit der Justiz. Verträge, rechtliche Verpflichtungen und die Rechte aller Beteiligten müssen gewahrt werden.“

Ob es tatsächlich zu juristischen Auseinandersetzungen kommt, bleibt vorerst offen. Klar ist jedoch, dass die Entwicklung rund um den Traditionsverein auch abseits des Rasens weiterhin von großer Unsicherheit geprägt ist. Der unterschriebene Stadionvertrag verschafft dem TSV 1860 München zwar eine wichtige Grundlage für den Neustart, doch bis zum ersten Pflichtspiel warten noch zahlreiche Aufgaben. Die kommenden Wochen dürften darüber entscheiden, wie stabil der Neuanfang tatsächlich gelingt.

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