Rot-Weiss Essen setzt bei der Verstärkung seiner Offensive auf nachgewiesene Zweitliga-Qualität. Semir Telalovic wechselt auf Leihbasis vom 1. FC Nürnberg an die Hafenstraße und soll mit Tempo, Tiefgang und seiner Präsenz im Strafraum für zusätzliche Torgefahr sorgen. Der 26-Jährige ist bereits der neunte RWE-Zugang des Sommers.
Telalovic soll Essens Angriff variabler machen
Die Suche nach weiterer Durchschlagskraft im Sturm hat Rot-Weiss Essen zum nächsten Zweitligaprofi geführt. Semir Telalovic schließt sich dem Drittligisten für die Saison 2026/27 an und wird künftig mit der Rückennummer 17 auflaufen. Der Mittelstürmer steht beim 1. FC Nürnberg unter Vertrag, wird von den Franken jedoch für ein Jahr nach Essen verliehen. RWE erhält damit einen Angreifer, der nicht nur als klassischer Zielspieler eingesetzt werden kann, sondern auch über seine Dynamik und sein Laufverhalten Wirkung entfalten soll.
Direktor Profifußball Marcus Steegmann sieht in dem Neuzugang einen „hybriden Stürmertypen“, der unterschiedliche Elemente miteinander verbindet. Telalovic könne sowohl durch Tempo und Tiefenläufe als auch im Zusammenspiel mit seinen Mitspielern Akzente setzen. Hinzu komme eine hohe Intensität gegen den Ball, die nach Ansicht der sportlichen Leitung genau zum Essener Spielansatz passe.
Zwölf Treffer als Empfehlung
Seine bislang stärkste Saison im Profifußball absolvierte Telalovic beim SSV Ulm 1846. Nach seinem Wechsel im Sommer 2024 erzielte der Rechtsfuß in 29 Zweitligaspielen zwölf Tore. Damit bewies er, dass er auch auf höherem Niveau regelmäßig zum Abschluss kommen kann. Der in Ehingen an der Donau geborene Angreifer hatte zuvor vor allem in den Regionalligen auf sich aufmerksam gemacht. Für den FV Illertissen traf er in 23 Partien 14-mal. Im Januar 2022 folgte der Wechsel zur zweiten Mannschaft von Borussia Mönchengladbach.
Auch dort entwickelte sich Telalovic zu einem verlässlichen Offensivspieler. In 50 Begegnungen der Regionalliga West war er an 38 Treffern direkt beteiligt. 22 Tore erzielte er selbst, weitere 16 bereitete er vor. Während der Rückrunde 2022/23 durfte er zudem dreimal als Einwechselspieler Bundesliga-Luft schnuppern.
Über England und Nürnberg an die Hafenstraße
Nach seiner Zeit in Mönchengladbach wagte Telalovic den Schritt nach England und schloss sich dem Zweitligisten Blackburn Rovers an. Über Ulm führte sein Weg im Sommer 2025 schließlich zum 1. FC Nürnberg. In der Rückrunde der Spielzeit 2025/26 sammelte der Stürmer weitere Zweitligaerfahrung bei Arminia Bielefeld. Während der halbjährigen Leihe kam er in 14 Partien zum Einsatz und erzielte zwei Tore. Nun soll er in Essen eine zentrale Rolle innerhalb der neu formierten Offensive übernehmen.
Steegmann verweist dabei ausdrücklich auf Telalovics bereits belegte „Qualitäten und Torquote“ in der 2. Bundesliga. Die Verantwortlichen seien überzeugt, dass der Angreifer dem Essener Spiel mehr Möglichkeiten geben und die Offensive nachhaltig verstärken könne.
Trainingslager als Schnellstart
Telalovic selbst will keine lange Eingewöhnungszeit verstreichen lassen. Er habe „große Lust auf Rot-Weiss Essen“ und traue sich zu, seine Stärken in die intensive Spielweise der Mannschaft einzubringen. Das anstehende Trainingslager kommt für den Neuzugang deshalb zum passenden Zeitpunkt. Die gemeinsamen Tage sollen ihm helfen, Abläufe, Mitspieler und Anforderungen möglichst schnell kennenzulernen. Telalovic kündigte an, vom ersten Moment an „Gas geben“ zu wollen.
Der Kaderumbau nimmt klare Formen an
Mit der Verpflichtung des Mittelstürmers wächst die Zahl der Essener Sommerzugänge auf neun. Fest unter Vertrag genommen wurden zuvor Max Geschwill von Holstein Kiel, Noah Pesch von Borussia Mönchengladbach, Janne Sietan vom Waldhof Mannheim, Jannik Hofmann aus Nürnberg und Franci Bouebari vom SC Freiburg.
Auf Leihbasis kamen bereits Aiman Dardari vom FC Augsburg, Tony Menzel von Dynamo Dresden und Jaka Cuber Potocnik vom 1. FC Köln an die Hafenstraße. Hinzu kommen die Rückkehrer Luca Bazzoli und Ekin Celebi sowie die beiden U19-Spieler Romero Gerres und James Gnagnon, die Profiverträge erhielten.
Die Essener Mannschaft erhält damit zunehmend ein neues Gesicht. Mit Telalovic stößt nun ein Angreifer dazu, dessen Leistungsdaten die Erwartungen deutlich erhöhen. Entscheidend wird sein, wie schnell es ihm gelingt, seine Zweitliga-Erfahrung in eine tragende Rolle bei RWE zu übersetzen.
