Start News RWE-Stadion wird deutlich teurer: Rat gibt zusätzliche Millionen frei

RWE-Stadion wird deutlich teurer: Rat gibt zusätzliche Millionen frei

Der Ausbau des Stadions an der Hafenstraße wird für Essen deutlich teurer und politisch brisanter. Der Stadtrat hat zusätzliche Millionen freigegeben, obwohl zentrale Fragen zur künftigen Finanzierung noch offen sind. Während Rot-Weiss Essen auf mehr Kapazität und sportlichen Aufstieg setzt, warnt die Opposition vor einer dauerhaften Belastung für den städtischen Haushalt.

Fast 34 Millionen Euro für größere Arena

Die Stadt Essen hält am Ausbau des RWE-Stadions fest. Der Rat stimmte den gestiegenen Kosten für das Projekt zu. Inzwischen wird mit Gesamtausgaben von knapp 34 Millionen Euro gerechnet. Damit verteuert sich das Vorhaben um nahezu sieben Millionen Euro gegenüber der ursprünglichen Planung. Als Gründe nennt die Stadt vor allem die gestiegenen Preise für Baumaterialien. Stahl, Zement und weitere Baustoffe hätten die Kalkulation erheblich verändert.

Zusätzlich wurde ein finanzieller Puffer geschaffen. Sollten die Kosten weiter steigen, können bei Bedarf weitere zehn Millionen Euro bereitgestellt werden. Damit reagiert die Stadt auch auf die sportlichen Pläne von Rot-Weiss Essen, der weiter den Sprung in die 2. Bundesliga anstrebt.

Geschlossene Ecken schaffen Platz für 6.000 Fans

Kern des Umbaus ist die Schließung der vier bislang offenen Stadionecken. Dadurch soll die Kapazität um rund 6.000 Zuschauer steigen. Weitere Einzelheiten wollen der Verein und Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen am Donnerstagmittag vorstellen. Neben zusätzlichen Tribünenplätzen sind auch neue Fahrradstellplätze vorgesehen. Darüber hinaus soll das Catering im Stadion neu organisiert werden.

Für RWE ist die Erweiterung ein wichtiger Baustein der langfristigen Entwicklung. Der Drittligist hatte den Aufstieg in der vergangenen Saison nur knapp verpasst und will sich dauerhaft für höhere sportliche Ziele aufstellen.

Baustart frühestens im Herbst

Bis die ersten Arbeiten beginnen, sind jedoch noch mehrere Schritte notwendig. Der Bauantrag wurde zwar bereits zu Jahresbeginn eingereicht, eine Genehmigung liegt bislang aber nicht vor. Außerdem muss der Rat noch einmal über die konkrete Ausgestaltung des Umbaus entscheiden. Erst danach kann das Projekt starten. Nach aktuellem Stand ist ein Baubeginn frühestens im Herbst möglich. Die Fertigstellung ist zwei Jahre später vorgesehen.

Opposition warnt vor „Fass ohne Boden“

Deutliche Kritik kommt von Grünen, Linken und Volt. Sie stellen weniger die grundsätzliche Erweiterung infrage als vielmehr die langfristigen finanziellen Folgen für die Stadt. Grünen-Fraktionssprecher Stephan Neumann fordert eine klare Vereinbarung mit dem Verein. Sollte RWE in die 2. Bundesliga aufsteigen, müsse die Pacht so angepasst werden, dass sie die laufenden Betriebskosten decke. Andernfalls drohe ein „Fass ohne Boden“, warnte Neumann. Wenn die Pachteinnahmen zu niedrig blieben und die Stadt jedes Jahr Millionen für den Betrieb zuschießen müsse, sei das Projekt finanziell nicht tragfähig.

Wie hoch die künftige Pacht ausfallen soll, ist bislang nicht abschließend geregelt. Genau an diesem Punkt dürfte die politische Debatte weitergehen. Der Ausbau ist beschlossen, doch die Frage, wer die Folgekosten langfristig trägt, bleibt offen.

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