Start Vereine MSV Duisburg Schiedsrichter bricht MSV-Test ab: Hirsch kritisiert „übertriebene“ Reaktion

Schiedsrichter bricht MSV-Test ab: Hirsch kritisiert „übertriebene“ Reaktion

Foto: Alfio Marino - www.alfiomarino.de

Ein einziger Zuruf genügte, um den XXL-Test des MSV Duisburg abrupt zu beenden. Nach einer verbalen Äußerung in Richtung des Schiedsrichters brach der Unparteiische die Partie gegen TOP Oss bereits nach 105 Minuten ab. MSV-Trainer Dietmar Hirsch hielt die Reaktion für „ein bisschen übertrieben“ und sah die Ursache der Eskalation auch in der zuvor immer härter gewordenen Begegnung.

Hirsch hätte sich eine andere Reaktion gewünscht

Dietmar Hirsch konnte die Entscheidung des Schiedsrichters nur eingeschränkt nachvollziehen. Statt die Begegnung sofort zu beenden, hätte der Duisburger Trainer eine kurze Pause und ein klärendes Gespräch mit beiden Trainerbänken für angemessener gehalten. Die Stimmung auf dem Platz sei zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich aufgeheizt gewesen. Neben der zunehmenden Härte hätten auch die hohen Temperaturen ihren Teil dazu beigetragen. Aus Sicht des 54-Jährigen wäre deshalb ein Moment zum Durchatmen sinnvoll gewesen.

Man hätte die Spieler kurz zur Ruhe kommen und zusätzlich Wasser trinken lassen können, erklärte Hirsch. Anschließend wäre es möglich gewesen, mit den Trainern zu sprechen und die verbleibenden 15 Minuten regulär auszutragen. Weshalb sich der Referee dagegen entschieden habe, könne letztlich nur dieser selbst beantworten.

Partie wird zunehmend ruppiger

Schon vor dem Abbruch hatte das Testspiel seinen freundschaftlichen Charakter weitgehend verloren. Die Zweikämpfe wurden intensiver, die Atmosphäre gereizter. Hirsch betonte, er erwarte keineswegs, dass ein Schiedsrichter jede Aktion kleinlich unterbinde. Dennoch sei deutlich zu erkennen gewesen, dass die Begegnung zunehmend aus dem Ruder lief.

In einer solchen Situation müsse der Unparteiische früher eingreifen und die wachsende Härte begrenzen. Auch der Trainer von TOP Oss habe nach Hirschs Darstellung die Einschätzung geteilt, dass der Referee schon vorher konsequenter hätte reagieren können.

Der MSV-Coach erinnerte daran, dass es sich trotz aller Intensität weiterhin um ein Testspiel gehandelt habe. Die Partie dürfe deshalb nicht denselben Charakter entwickeln wie ein emotional aufgeladenes Meisterschaftsspiel.

Unklarheit über den Auslöser

Auslöser für den vorzeitigen Abpfiff soll die englische Beleidigung „Fuck off“ gewesen sein, die von einer der beiden Trainerbänke in Richtung des Schiedsrichters gerufen worden sein soll. Wer die Worte tatsächlich äußerte, blieb jedoch ungeklärt. Offenbar waren Vertreter beider Mannschaften in die lautstarke Situation verwickelt.

Hirsch selbst wollte keine eindeutige Schuldzuweisung vornehmen. Er habe nicht vollständig mitbekommen, welche Aussagen möglicherweise von der gegnerischen Seite gefallen seien. Die unmittelbare Konsequenz des Schiedsrichters bewertete er dennoch kritisch.

Kurze Rangelei nach dem Abpfiff

Mit dem Abbruch war die Unruhe zunächst noch nicht beendet. Zwischen Beteiligten beider Teams entwickelte sich für einen kurzen Moment eine kleinere Rangelei. Die Situation beruhigte sich allerdings schnell, ohne dass es zu einer größeren Auseinandersetzung kam.

Damit endete der zweite und letzte Test der Duisburger in den Niederlanden nicht mit dem vorgesehenen Schlusspfiff, sondern mit Diskussionen über Tonfall, Härte und die Verhältnismäßigkeit einer Schiedsrichterentscheidung. Der sportliche Erfolg geriet dadurch beinahe zur Nebensache. Für Hirsch blieb vor allem der Eindruck, dass sich die Situation mit einer kurzen Unterbrechung vermutlich hätte entschärfen lassen.

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