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1860 München verliert die 3. Liga und richtet den Blick auf die Regionalliga

Der Absturz der Löwen ist nicht mehr abzuwenden. Weil der fristgerechte Nachweis über die notwendige Liquidität ausblieb, wird die Profi-Gesellschaft des TSV 1860 München keine Zulassung für die 3. Liga erhalten. Im Zentrum der Entwicklung steht eine nicht eingelöste Finanzierungszusage von Hasan Ismaik beziehungsweise den mit ihm verbundenen Unternehmen.

Die Lizenz bricht an der Finanzierung

Bei 1860 München ist die zentrale Entscheidung gefallen, bevor auf dem Rasen überhaupt eine neue Saison begonnen hat. Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA kann die Bedingungen für die Teilnahme an der 3. Liga nicht erfüllen, weil der geforderte Liquiditätsnachweis nicht rechtzeitig vorgelegt wurde. Nach Darstellung der Gesellschaft liegt die Ursache in einer ausgebliebenen Finanzierungszusage des Gesellschafters Hasan Ismaik und seiner Unternehmensseite. Damit ist klar, dass der Klub den Weg in die Regionalliga Bayern antreten muss, statt im Profifußball der 3. Liga zu bleiben.

Scharfer Schnitt nach gescheiterter Hoffnung

Besonders deutlich wird die Enttäuschung in den Aussagen aus der Klubführung. Geschäftsführer Manfred Paula macht keinen Hehl daraus, dass er bis zuletzt auf eine Lösung gehofft hatte. „Ich bedauere die Nichteinhaltung der Finanzierungszusage durch den Gesellschafter HAM International. Bis zuletzt war ich fest davon überzeugt, dass eine Lösung im Interesse der Profifußball-Gesellschaft gefunden werden kann. Dieser Wunsch hat sich leider nicht erfüllt. Wir werden nun all unsere Energie darauf verwenden, einen schlagkräftigen Kader für die kommende Saison in der Regionalliga Bayern aufzustellen“, so Paula.

Mutterverein sieht Grenzen erreicht

Auch beim Mutterverein ist der Ton klar. Präsident Gernot Mang beschreibt die Entwicklung als besonders bitter, gerade weil sowohl die Geschäftsführung als auch die Vereinsvertreter auf die Einhaltung der Absprachen vertraut hätten. Zugleich verweist er auf die Grenze aller Kompromissbereitschaft.

Man habe sich in den Gesprächen stets offen gezeigt, sagt Mang im Kern. Über satzungsrechtliche und verbandsrechtliche Vorgaben könne sich der Verein aber nicht hinwegsetzen. Damit macht der Präsident deutlich, dass die Verantwortung aus Sicht des e. V. nicht an fehlendem Entgegenkommen innerhalb des Vereins gescheitert ist.

Auch im Aufsichtsrat überwiegt das Bedauern

Ähnlich fällt die Einordnung aus dem Aufsichtsrat aus. Dessen Vorsitzender Herbert Bergmaier verweist darauf, dass nach der Kündigung der Darlehen keine gemeinsame Finanzierungslösung zwischen den Gesellschaftern für die 3. Liga mehr zustande gekommen sei. Auch hier steht weniger die Suche nach Schuldzuweisungen im Vordergrund als die Feststellung, dass eine Einigung am Ende schlicht ausgeblieben ist.

Krisenmodus mit Beratern und Sponsoren

Parallel zur sportlichen Zäsur bereitet sich die Gesellschaft auf eine wirtschaftlich heikle Phase vor. Die Geschäftsführung arbeitet nach eigenen Angaben eng mit erfahrenen Sachverständigen und Beratern aus dem Insolvenzrecht zusammen. Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb geordnet aufrechtzuerhalten und dabei die Rechte und Interessen der Gesellschaft zu wahren.

Gleichzeitig soll gemeinsam mit den Sponsoringpartnern an einer belastbaren Perspektive gearbeitet werden. Das signalisiert, dass 1860 nicht nur den unmittelbaren Lizenzschaden verwalten muss, sondern bereits an der finanziellen und strukturellen Grundlage für die Zeit nach dem Absturz baut.

Für die Löwen beginnt damit ein Sommer, in dem sich sportliche Planung, wirtschaftliche Stabilisierung und die alte Gesellschafterfrage erneut überlagern. Die Regionalliga ist nun nicht bloß ein Szenario, sondern die Realität, auf die der Klub reagieren muss.

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